Treppe – Gang –
Kl: Ich sehe Türen auf beiden Seiten
Th: Dann laß´ dich doch mal von einer anziehen.
Kl: Jetzt steh ich vor einer ganz großen Tür, so einer breiten.
Th: Guck mal, da ist ein Schild dran, kannst du wahrnehmen, was sich für
ein Thema hinter der Tür befindet?
Kl: TRAUM
Th: Bist du bereit die Tür mit dem Thema "Traum" jetzt
zu öffnen?
Kl: Ja
Th: Halt mal den Türgriff in deiner Hand und sag mir, wann du sie
öffnest.
Kl: Jetzt - Türquietschen wird eingespielt.
Th: Hmm. Was nimmst du wahr, was ist da?
Kl: Ich seh ein kleines Fenster, wo die Sonne rein scheint - und ganz
viele Stühle am Rand unten, ganz viele Stühle sind in dem Raum
verteilt, ganz viele Stühle.
Th: Hast du ne Ahnung, für wen die Stühle bestimmt sind?
Kl: Nein. Jetzt ist in der Mitte ein Kind
Th: Hm. Kennst du es?
Kl: Nein.
Th: Wie fühlt sich das an, wenn du da das Kind sitzen siehst?
Kl: Wie wenn das Kind wartet, daß da ganz viele Leute kommen und
sich da auf die Stühle setzen.
Th: Hm. Magst du das Kind vielleicht mal ansprechen, was da los ist?
Kl: Hm. Ich frag, "was machst du da?" - Das Kind sagt nur, es
wartet auf Leute, die kommen.
Th: Hhm. Wie ist das für dich?
Kl: - Atmet hörbar aus. - Ich kann nicht verstehen - warum geht’s
nicht raus – spielen?
Th: Sag’s ihm
Kl: Geh doch raus, geh doch spielen, ist doch so schönes Wetter draußen,
die Sonne scheint doch. Das Kind gibt mir jetzt Antwort. Nein, es muß
da sitzen bleiben. Es darf net raus.
Th: Wer hat’s ihm denn verboten?
Kl: Wer hat dir des denn verbote? - Jetzt guckt‘ s nur auf de Bode,
und gibt mir keine Antwort. Doch – sie hat irgendwas angstellt.
Th: Frag es mal
Kl: Was hascht angschtellt, was hasch gmacht? - Ich hab das Gfühl,
das Kind weiß selber net was los ist. Jetzt kommen ganz viele Leute
rein. Die Stühle füllen sich. Die Menschen gucken das Kind strafend
an. Ich hab das Gefühl, das Kind hat gar nichts gemacht.
Th: Sag das dem Kind mal.
Kl: Du, du brauchst gar keine Angst haben, du hast doch gar nichts gemacht.
Es ist doch okay.
Th: Kennst du das Gefühl von dir?
Kl: Ja, hmm, daß ich mich irgendwie schuldig fühl, - und ich
weiß nicht - ich hab aber gar nichts gemacht, ja daß ich mich
verantwortlich fühl, für Sache, die ich gar net.... .. Kenn
ich, ja, die mich dann lähmen, sitzen lassen.
Th: Hm. Guck mal, aus welchen Situationen du das kennst, was fällt
dir denn da ein?
Kl: - Pause - ... Ich bin am Suchen, mir fällt jetz grad keine ein......
aber ...
Th: Ja?
Kl: Ich weiß, daß ich dieses Gefühl kenne, ich weiß
es ganz genau. Es ist so wie ein schlechtes Gewissen haben und gar kein
schlechtes Gewissen haben müssen. Ja, jetzt fällt mir eine Situation
ein. Ich bin arbeiten und meine Tochter ist daheim, bei der Mutter und
ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich denk ich müßt bei
ihr sein, und dann fühl ich mich schuldig. Ich hab das Gefühl
ich muß bei ihr sein, aber ich – ja ich möchte arbeiten,
ich möchte mich selber verwirklichen.
Th: Red mit ihr.
Kl: Mit meiner Tochter oder mit dem Mädle?
Th: Wenn dir deine Tochter einfällt in dem Zusammenhang, dann red
mit ihr, ganz direkt.
Kl: Du Maria, ich hab dich ganz arg lieb. Aber ich kann net immer bei
dir daheim bleiben, ich möcht auch arbeiten, und ich möchte
raus, und ich komme auch wieder zurück, wenn die Arbeit vorbei ist,
dann spielen wir zusammen. Sei net traurig.
Th: Wie reagiert denn deine Tochter?
Kl: Für sie ist es okay.
Th: Für sie ist es okay? Und für dich?
Kl: Ich hab halt immer das Gefühl, ich bin jetzt Mama und ich muß
für sie da sein.
Th: Sag ihr das doch mal und schau wie sie darauf reagiert.
Kl: Ich hab das Gefühl ich bin deine Mama und ich hab immer für
dich da zu sein.
Th: Hmm. Wie reagiert sie jetzt darauf?
Kl: Sie nimmt mich in die Arme – ich hab schon das Gefühl,
daß es für sie okay ist.
Th: Ja – was machen wir jetzt? Für deine Tochter ist es okay
– du hast das schlechte Gewissen. Hat wenig an-scheinend mit deiner
Tochter zu tun, die scheint in deiner Innenwelt sehr klar zu sein. Das
schlechte Gewissen muß wo anders her kommen.
Kl: Ja, ich hab‘s immer noch, das schlechte Gewissen.
Th: Also, du siehst, deine Tochter in dir ist klar, die hat kein Problem.
Das Detail in dir ist geklärt. Das schlechte Gewissen muß aus
ner ganz anderen Ecke kommen.
Kl: Jetzt seh ich wieder das Bild mit dem Mädchen, das in ner Ecke
sitzt.
Th: Dann geh mal hin und sprich es mal an.
Kl: Hallo. Was ist los? - Die ist wieder nur traurig - zusammengekauert.
Th: Hast du ne Ahnung warum? Frag sie doch mal
Kl: Warum bist du traurig? Was ist los mit dir? - Sie sagt, sie hat ein
schlechtes Gefühl in sich, Sie hat ein schlechtes Gewissen, hat irgendwas
angetellt, was die Anderen ihr nicht verzeihen können.
Th: Wer sind denn die ‚Anderen‘?
Kl: Wer sind denn die anderen, weißt du das? - Ihre Mama und Papa
und die Gschwister.
Th: Hm. Dann hol doch mal alle her. Zeig ihnen mal das kleine Mädchen
mit dem schlechten Gewissen. Schau mal wie die darauf reagieren.
Kl: Kommt her, stellt euch hin. Guckt. Das Mädchen da, sitzt im Eck
und hat ein ganz schlechtes Gewissen. - Sie deuten nur alle auf das Mädchen
mit dem Zeigefinger. Und das Mädle guckt wieder auf den Boden.
Th: Hast du ne Ahnung warum sie auf das Mädchen mit dem Zeigefinger
zeigen? Frag sie doch mal, warum sie es anscheinend so anklagen?
Kl: Warum klagt ihr das Mädle so an? Was ist los? - Sei sagen: Wir
wolle dich net habe, du sollst gehen! - Sie soll weggehen, die wollen
sie nicht haben.
Th: Wer sagt das?
Kl: Die Geschwister und die Mama und der Papa.
Th: Alle? - Klientin bejaht. - Wie ist das für dich, wenn du das
hörst?
Kl: Erschreckend. - Das erschreckt mich, daß ihr so hart seid, daß
ihr sagt, sie soll weg gehen, daß ihr sie net habe wollt. - Das
Mädle steht jetzt auf und geht raus.
Th: Hast du das auch gemacht?
Kl: Ich weiß es nicht. Ich glaub ich hab das Gfühl gehabt,
ich bin net willkomme. Des Gefühl, ausgegrenzt zu sein.
Th. Hmm. – Sag das doch mal der Mama.
Kl: Mama. Kann das sein, daß du nicht möchtest, daß ich
da bin bei Euch? - Sie sagt aber - doch, eigentlich schon – sagt
sie. Ja, es stört sie, daß ich so klein bin, und sie kann deswegen
nicht arbeiten gehen und sich nicht selbst verwirklichen.
Th: Kennst Du das Thema?
Kl: Hmm
Th: Mit deiner Tochter – hm. Dann erzähle doch mal deiner Mutter,
daß du das Thema heute auch kennst.
Kl: Du, Mama, ich kenn das Thema, ich habe jetzt ein ganz schlechtes Gewis-sen,
wenn ich arbeiten gehe und sie daheim ist. Aber ich hab‘s ihr erklärt
und sie hat es verstanden. Für sie war das okay. Geh doch zu dem
Mädle hin und nimm sie in den Arm und erklär‘s ihm –
und versuch doch zu akzeptieren, daß sie da ist. - Irgendwie hab
ich das Gefühl, da ist so eine Behinderung, eine Blockade für
die Mama ist – das Mädle.
Th: Sag‘s ihr was du wahrnimmst.
Kl: Ich hab so das Gefühl, für dich ist es wie ein Stein am
Fuß. Daß du sie gar nicht haben möchtest.
Th: Was sagt sie?
Kl: Doch eigentlich schon, sie ist nur so hin und her gerissen, das was
sie mir schon mal gesagt hat. – Das Mädle draußen weint
und ist weg. Es ist auf der Wiese und will weggehen.
Th: Vielleicht solltest du ......
Kl: Ja - Pause - jetzt sitzt die Mama neben dem Mädle und spricht
mit dem und sagt, daß sie es eigentlich lieb hat, aber daß
es so viel ist, daß sie keine Zeit für sie hat.
Th: Hmm. Kennst du das mit deiner Tochter auch?
Kl: Ja.
Th: Dann ruf sie mal auch dazu.
Kl: Maria, komm, setz dich mal auch dazu.
Th: Ja, dann sag ihr das mal, daß deine Mama die gleichen Probleme
mit dir hatte, wie du sie jetzt auch hast.
Kl: Schau, Maria, guck, meine Mama hat die gleichen Probleme gehabt wie
ich mit dir. – Die Maria mag das nicht verstehn, sie steht auf und
geht weg.
Th: Hast du ne Ahnung, was los ist mit ihr? – Weil, sie hat ja vorhin
irgendwie verstanden, was dir wichtig ist. - Was macht das mit dir, daß
sie weggeht?
Kl: Ich versteh’s net, warum sie jetzt weg geht.
Th: Dann frag sie.
Kl: Warum gehst du weg? – Sie, sie - irgendwie - es tut ihr weh,
sie verdrängt’s.
Th: Was tut ihr weh?
Kl: Sie mag das net ansehn, das kleine Mädle, wo das jetzt so traurig
ist.
Th: Was löst das denn aus bei ihr? Macht sie das auch traurig?
Kl: Macht es dich traurig? – Sie sagt ja, es hätte sie früher
traurig gemacht
Th: Was hat sie traurig gemacht?
Kl: Daß ich weg war, daß ich nicht bei ihr war. Jetzt sei
es für sie gut. Aber es gab eine Zeit, da hat sie es auch ganz traurig
gemacht. Sie kennt diese Situation von dem Mädchen.
Th: Hm. Und wenn sie mal zu dem Mädchen hingeht und sich mal mit
dem Mädchen zusammen tut.
Kl: Jetzt ist sie dort bei dem Mädchen.
Th: Vielleicht können die ja zusammen spielen.
Kl: Hmm. Jetzt spielen sie Ball miteinander und lachen. Ich hab das Gefühl
keines von den beiden fühlt sich jetzt mehr einsam und verlassen.
So wie - gemeinsam sind wir stark.
Th: Na ja, wenn die Mamis arbeiten gehen, können sie ja zusammen
spielen. – Schau mal, ob das okay ist, wenn da ein Ausgleich da
ist zur Mama, jemand anders – anderes Kind oder anderer Erwachsener
– eine Person, die dann einfach da ist, die ansprechbar ist - und
dann ist es vielleicht gar nicht so wichtig, ob’s immer die Mama
ist.
Kl: Ja.
Th: Es muß nur irgendwer da sein.
Kl: Ja. Sie ist austauschbar.
Th: Es muß nicht immer die Mama sein.
Kl: Hmm.
Th: Und wie ist das für dich jetzt?
Kl: Jetzt hab ich kein schlechtes Gewis-sen mehr. – Jetzt möchte
ich die zwei Kinder spielen lassen und weggehen.
Th: Hmm – Und was machst du?
Kl: Ich geh auf ne Wiese. Komm an den Wald. – Lacht - Da steht ein
ganz komischer, riesiger Zwerg – na es ist kein Zwerg, er ist ganz
riesig – Wie ein Riesezwerg.
Th: Frag ihn doch mal was los ist.
Kl: Was ist los, warum stehst du da? – Er hat mir den Weg versperrt,
er mag mich nicht durchlassen. – Ich bin ganz, ganz winzig.
Th: Ja, was will er denn?
Kl: Was willst du denn, warum läßt du mich net durch? –
Er will net, daß ich da in den Wald rein gehe. Es geht mich nichts
an, es ist seins. - Klientin atmet sehr tief –
Th: Wie ist das für dich?
Kl: Irgendwie so – ja ich möchte da halt gern rein gehen, aber
kämpfen dafür will ich auch nicht. Es ist nicht bedrohlich,
aber es ist einfach ein Riese, der im Weg steht. – Ich versuche
an der Seite um ihn rumzugucken – daß ich da rein gehen kann.
Th: Wenn du ihn mal fragst, wo er her kommt?
Kl: Wo kommst du her? – Er sagt, er ist in mir.
Th: Hmm. Welche Aufgabe hat er denn in dir?
Kl: Er ist mein Hindernis, sagt er.
Th: Wie ist er denn das geworden?
Kl: - Pause – Er sagt, ich habe ihn selber in der Hand. Ich stell
ihn immer hin, wenn ich mich vor etwas schützen will.
Th: Hast du ne Ahnung, was er meint?
Kl: Nee.
Th: Dann frag ihn genauer, er soll es dir zeigen
Kl: Was meinst du damit? Zeig mir’s. – hm – er ist nur
mächtig und steht da und ich will immer noch da durch.
Th: Dann habt ihr ein Problem miteinander. – Er ist eine Innenweltfigur,
d. h. er wurde von die geschaffen. Und er läßt dich nicht durch,
er ist dein Hindernis. -Was willst du machen?
Kl: Hm, ich will ihn weg haben. - lacht -
Th: Tja, okay, aber wie?
Kl: Ich hab mir was überlegt: ich nehm eine Stecknadel raus und stech
ihm damit in den Fuß. - Ja jetzt schrumpft er, der ist aus Gummi.
- Jetzt ist er weg. - Jetzt ist wieder einer da. Es ist als wenn da aus
dem Wald immer so Riesen kommen würden, die mich nicht rein lassen
wollen. – Ich will sie weg haben – aber dann sind sie einen
Moment weg und dann kommen sie wieder.
Th: Du solltest sie mal fragen, wo sie entstanden sind, wo sie her kommen.
Kl: Wo kommt ihr her, wo seid ihr entstanden? – Die lachen nur und
sagen, das müßte ich selber wissen.
Th: Tja – und ?
Kl: - halb verzweifelt - Ich weiß es net.
Th: Die lassen dich ja ganz schön hängen – was hältst
du denn davon, wenn du mal einen Schlagstock nimmst und auf sie drauf
haust – und mal guckst, was passiert.
Kl: - Schlägt - Aufwühlende Musik wird eingespielt - Der eine
ist weg – aber die anderen kommen wieder. - Schlägt weiter
-
Th: Mach‘s doch mal energischer – und drück mal aus was
du fühlst.
Kl: - Schlägt heftiger – Nein............Geh weg.............was
wollt ihr von mir .............nein, hau ab......
Th: Was ist passiert?
Kl: Sie sind weg, kaputt geschlagen sind sie.
Th: Wie fühlst du dich?
Kl: Stark, daß ich sie verjagt, daß ich sie überwältigt
habe.
Th: Hmm. Tja, dann guck doch mal, ob du jetzt in den Wald gehen kannst.
Kl: Ja, jetzt geh ich rein. Jetzt sind überall diese Edelsteine,
die glitzern. - Ich lauf umher, ja ......grab ne Kiste aus. Ein Schatz!
Th: Was ist das denn für ein Schatz?
Kl: Muß ich mal aufmachen – Ist leer.....
Th: Die Schatzkiste ist leer?
Kl: Hmm. Ist leer – ist innen drinnen nur roter Samt.
Th: Tja, was jetzt? - Was ist mit deinem Schatz?
Kl: Jetzt bin ich wieder dieses Mädle, das mit diesem Schatz heimgeht
– der Schatz, der gar keiner ist – leer ist – enttäuscht
ist.
Th: Das Mädchen ist enttäuscht?
Kl: Hmm.
Th: Frag sie doch mal, was sie so enttäuscht hat.
Kl: Warum bist du so enttäuscht? – Es wollte einen Schatz finden
– es hat gedacht, da sei was ganz tolles drin.
Th: Hmm. Was hat sie denn eigentlich so enttäuscht? Daß ihr
Schatz weg ist?
Kl: Es hat sie enttäuscht , daß jetzt diese Riesen weg sind,
daß sie dafür gekämpft hat und dann doch nichts drin war
in diesem Wald, in dieser Schatzkiste.
Th: Dann laß dir mal zeigen, woher du das kennst.
Kl: Ich kenn‘s von meiner Erkrankung her, das weiß ich.
Th: Woher? Kuck mal genau hin.
Kl: Als ich den Brustkrebs gekriegt hab. Wie ich gekämpft habe und
als dann nach einem halben Jahr diese Knochen-metastase gekommen ist,
da war ich auch so enttäuscht.
Th: Red doch mal mit der Metastase - und mit deiner Brust – sprich
mal mit den beiden, was da los ist – und daß es dich so enttäuscht.
Kl: Warum bist du gekommen, Knochen-metastase? Ich hab eigentlich gedacht,
es ist okay jetzt – ich bin ganz enttäuscht, enttäuscht
über mich selber – ich hab so gekämpft – und trotzdem
bist du da.
Th: Hmm. Was sagt sie dir?
Kl: Es sei gut, daß sie da war. Mmmh
Th: Kann sie dir zeigen, wofür das gut war?
Kl: Kannst du mir zeigen , warum? – Sie sagt, ich hätte jetzt
mal Zeit für mich, ich würde mir jetzt mal Zeit für mich
nehmen.
Th: Dann soll sie dir aber auch mal zeigen, an welcher Stelle du das vorher
nicht gemacht hast, wo du es vorher hättest tun sollen – damit
du genau weißt, wofür sie steht
Kl: Zeig mit die Stelle, wo ich es hätte tun sollen. – In
meinem Herzen, sagt sie.
Th: Was spürst du da? – Sag’s ihr, wenn du das nicht
verstehst. Sie will dir ja was erzählen.
Kl: Sag mir, ich versteh das nicht – wo in meinem Herzen? Warum?
– Damit ich kein schlechtes Gewissen mehr haben muß. Daß
ich endlich Zeit für mich habe. – Ich versteh sie jetzt –
so quasi als Entschuldigung.
Th: Du hast ne Entschuldigung ge-braucht? Für was?
Kl: Um Zeit für mich zu haben.
Th: Hmmm. Ist aber ne gefährliche Entschuldigung. Hm
Kl: Ja. Ich will das gar nicht.
Th: Sag’s ihr!
Kl: Ich will das gar nicht, ich kann mir meine Zeit so auch nehmen. Ich
brauch dich da nicht dazu,
Th: Was sagt sie?
Kl: Sie sagt, ich hätte sie dazu gebraucht.
Th: Du hattest ja auch in den letzten Sitzungen das Gefühl, daß
dein Mama dich vereinnahmt. – Da kam so das Bild der Schlingpflanze
um dein Hüfte. - Guck doch mal, ob das auch in dem Zusammenhang steht
mit "Zeit nehmen" – und in welchem Zusammenhang.
Kl: Ja. Das ist das gleiche. Sie läßt mir auch keine Zeit,
sie vereinnahmt mich.
Th: Hm. In welchem Zusammenhang steht deine Knochenmetastase?
Kl: Daß ich Zeit für mich habe – daß ich Zeit für
mich brauche.
Th: Sag das mal deiner Mutter.
Kl: Schau mal Mama, da ist die Knochenmetastase. Die brauch ich –
die hab ich gebraucht, damit ich Zeit für mich krieg, damit du mich
nicht so um-schlingst, damit du mich mein Leben leben läßt.
Th: Wie reagiert deine Mutter?
Kl: Für sie ist es jetzt okay – anders als heute Morgen –
sie guckt und sagt – ja , das ist okay. Du brauchst nicht für
mich da zu sein.
Th: Du hast das vorhin auch aufgearbeitet insofern, als es dir schwer
fiel, deine Mutter loszulassen und sie wollte ihren Weg gehen. –
Guck mal, ob diese Knochenmetastase auch
so was ist, wie "auf diese Weise lernst du deine Mutter loszulassen"?
Kl: Ja, ist es. – Bevor ich sie gekriegt hab, da habe ich immer
für meine Eltern gekocht und gemacht – aber dann konnte ich
ja nicht mehr, ich konnt ja nicht mehr gehen.
Th: Geh mal in die Zeit, sei doch mal dort.
Kl: Ja, da bin ich jetzt.
Th: Spür doch mal, wie du kochst und machst – spüre doch
mal deine Gefühle dabei?
Kl: Ich spüre wie ich unter Streß stehe, wie es mir zu viel
ist. Ich spüre, daß ich das eigentlich nicht will. Daß
ich für mich sein will, für meine Familie da sein will. Das
spür ich.
Th: Und jetzt nimm Kontakt auf mit deiner Hüfte. Laß dir genau
zeigen, was da passiert.
Kl: Ja, das ist ein schwarzer Punkt, der größer und größer
wird. Jetzt kann ich nicht mehr gehen, jetzt muß ich sitzen, jetzt
kann ich nicht mehr kochen.
Th: Spüre mal, was das für ein Gefühl ist, wenn du jetzt
nicht gehen kannst, nicht mehr kochen kannst.
Kl: Auf der einen Seite ist da Erleich-terung, auf der anderen Seite ist
da aber auch .... es macht mir Angst ..... ich brauche sie dazu nicht,
diese Knochenmetas-tase....
Th: Sag‘s ihr!
Kl: Ich brauch dich dazu nicht, ich kann mich selber wehren, ich kann
mich selber durchsetzen, ich kann selber nein sagen. Ich brauch dich dazu
net!
Th: Was sagt die Knochenmetastase?
Kl: Ich hätte sie gebraucht.
Th: Dann übe das doch mal. Stell dir vor, du bist bei deiner Mutter
und du kochst für sie. Ja? Und spür mal, ob du Lust dazu hast.
Kl: Nein.
Th: Okay. Dann drück das mal jetzt ganz klar aus. Sprich mal mit
deinen Eltern. Ohne Knochenmetastasen – allein aus deiner Kraft
heraus. Sprich mal mit deinen Eltern
Kl: Ich mag nicht für euch kochen, ihr müßt selber für
euch sorgen. ich möchte andere Sachen machen, ich möchte mit
Maria raus gehen, fort fahren, spielen gehen.
Th: Guck mal, wie sie reagieren.
Kl: Beleidigt. Gucken auf den Tisch.
Th: Schau, was das mit dir macht.
Kl: Ich bin sauer, ich bin wütend.
Th: Was passiert mit deiner Wut?
Kl: Ich lass sie nicht raus, ich sag nix – ich geh nur einfach weg.
Th: Vielleicht guckst du mal, wo die Wut sich hinsetzt in deinem Körper.
Kl: Ich hab das Gefühl, sie sitzt jetzt in dieser Hüfte.
Th: Ja! Und jetzt läßt du sie raus! Nimm doch mal den Schlagstock.
Und diese Wut auf deine Eltern, die du nie raus gelassen hast, die läßt
du jetzt raus. - Die Klientin schlägt heftig – mit ermunternder,
verbaler Unterstützung durch den Th.- aufwühlende Musik - Was
ist da? Guck mal deine Eltern an.
Kl: Die sitzen immer noch dort, die sind entsetzt.
Th: Was macht das mit dir, sie so entsetzt zu sehen?
Kl: Sie kennen das nicht von mir, daß ich mich so wehre.
Th: Hmm. Wird langsam Zeit.
Kl: Ihr müßt jetzt selber für euch sorgen. Egal, ob ihr
wollt oder nicht. Ich geh. – E s ist ganz still in dem Zimmer. Sie
sind ganz still. Sie sind nicht mehr beleidigt. Sie sind nur ganz still.
Th: Wie ist das für dich?
Kl: Ich bin stolz, daß ich es nicht mehr mit mir machen lasse.-
Ich bin stolz, daß ich das nicht mehr mit mir machen lasse. Sie
sitzen das und essen weiter. Ich dreh mich um und
gehe weg.
Th: Spür mal deine Hüfte.
Kl: Es ist klein – wieder. Vorhin war’s so groß und
schwarz. – Jetzt ist es so ganz mickerig klein. ... Ich bin jetzt
einfach runter gegangen, in meine Wohnung...... Ich hab kein schlechtes
Gewissen jetzt.
Th: Guck mal, was du jetzt machen willst.
Kl: Ich will jetzt Zeit für mich haben.
Th: Was machst du?
Kl: Ich lieg jetzt da und lese.
Th: Frag doch mal deine Knochenmeta-stase, ob du sie noch brauchst.
Kl: Brauch ich dich noch, Knochenmeta-stase? – Sie sagt, im Moment
nicht, sie sei jetzt fort, sie wird gehen.
Th: Was heißt "im Moment"?
Kl: Kochenmetastase – was heißt "im Moment"? –
Sie ist sich nicht sicher, ob ich mir die Zeit immer nehme..
Th: Hm. Was braucht sie denn, um sicher zu sein?
Kl: Was brauchst du, damit du sicher bist? – Mein Versprechen, sagt
sie.
Th: Was macht das mit dir?
Kl: Es wurmt mich irgendwie – ich hab das Gefühl, sie hat noch
Macht über mich.
Th: Spür mal, zu was sie dich zwingt – was will Sie von dir?
Kl: Sie will mich erpressen.
Th: Ja, womit – wohin will sie dich bringen? Was sollst du denn
versprechen?
Kl: Daß ich mich als wichtig ansehe – sie will, daß
ich mir Zeit nehme für mich und mich als wichtig ansehe.
Th: Und das siehst du als erpressen an?! Daß du dich wichtig nimmst?
Kl: Ja – teilweise
Th: Was ist die Erpressung darin?
Kl: Ich hab das Gefühl..... so..... so wie bei der Mutter..... wie
bei einem kleinen Kind: wenn du nicht horchst, dann bestrafen wir dich.
Th: Hmm. Also genau ausgedrückt bedeutete das, dein Körper bestraft
dich mit einer schweren Erkrankung, wenn du dich nicht um dich kümmerst.
Kl: Ja, so empfinde ich das momentan.
Th: Dein Körper ist wichtiger wie du?
Kl: Mmmh
Th: Weil du nicht bereit bist, dich um dich zu kümmern. - Also macht
dein Körper was Eigenständiges. – Mal ganz simpel ausgedrückt.
Kl: Mmmh.
Th: Warum willst du dich nicht um dich kümmern? Es könnte ja
auch was Schönes sein, zu sagen: also das verspreche ich dir gerne,
daß ich mich mehr um mich kümmere. Was
steht denn da dagegen?
Kl: Zeit – dieses Gefühl....dieses....was vorhin war .....
bei dem Kind sein. – Dieses - gar nicht das Recht drauf zu haben
– um die Aufgabe richtig zu erfüllen – Mutter sein -
für die
Mutter da zu sein.
Th: Also das schlechte Gewissen deinem Kind gegenüber hindert dich
daran, daß du dich um dich kümmerst?
Kl: Ja, es ist zwar schon viel kleiner, aber es ist immer noch da.
Th: Hol sie, sag’s ihr.
Kl: Ja, ich hab sie hier.
Th: Sag ihm dein Problem.
Kl: Du, ich hab ein schlechtes Gewissen, wenn ich so viel Zeit für
mich nehme. Und wenn ich die meiste Zeit für mich nehme und nicht
für mein Kind - und für meinen Mann und
meine Familie.
Th: Und zeig deinem Kind auch, was das mit der Knochenmetastase heißt,
die ja will, daß du dich um dich kümmerst. – Welche Auswirkungen
das auch hat.
Kl: Schau, wenn ich mich soviel nur um dich kümmere und nach dir
gucke, dann wird die Knochenmetastase immer mächtiger in mir –
wenn ich mehr Zeit für mich habe, dann habe ich das Gefühl,
daß sie weggeht, daß wie vertrocknet; daß sie austrocknet.
– Sie sagt, es ist okay. Sie guckt so auf den Boden.
Th: So also ob es doch nicht okay wär?
Kl: Es ist okay, aber so gezwungener-maßen – als ob sie dem
nachtrauert.
Th: Guck mal, was die Knochenmeta-stase dazu sagt.
Kl: Schau mal Knochenmetastase – mein Kind braucht mich auch ganz
arg – die sagt, wir können uns ja einigen. Sie sagt –
guck du nach dir und auch nach dem Kind – aber vergiß dich
nicht.
Th: Wie fühlt sich das an?
Kl: Gut. Jetzt fühlt sie sich auch ganz klein und vertrocknet an.
Th: Gut. Dann mach jetzt mal die Probe. Geh mal in deinen Alltag –
so richtig in das Alltagsgeschehen rein, und guck mal, ob du das, was
du da so wahrgenommen hast, umsetzten kannst – oder auch nicht.
Kl: Ich bin jetzt in der Küche. Ich koche, der Joshua sitzt im Hochstuhl
und schimpft, er möchte was. Es klingelt an der Tür –
die Maria kommt von der Schule. Und ich sage – ich mach mir jetzt
keinen Streß.
Th: Guck mal ob du Streß hast oder nicht.
Kl: Ich sage zu Maria, sie muß den Tisch decken. - Momentan ist
die Situation ganz hektisch, aber das legt sich wieder.
Th: Schau mal, was so hektisch ist.
Kl: Daß ich denke, ich müßt das bewältigen.
Th: Was mußt du bewältigen?
Kl: Alles auf die Reihe bringen.
Th: Was denn konkret?
Kl: Das Kind beruhigen, Maria was zu Essen zu geben. Aber - sie hilft.
Th: Hmm. Sprich mit beiden
Kl: Deck du den Tisch. - Joshua, du kriegst ..... Maria gibt dir was zu
trinken. Jetzt ist es okay. Jetzt ist es ruhig und wir zünden eine
Kerze an und es ist momentan ganz ruhig und gemütlich.
Th: Spür mal zu deiner Hüfte hin.
Kl: Die freut sich. Für sie ist es okay.
Th: Hm, dann nimm doch noch mal eine andere Alltagssituation.
Kl: Maria braucht mich zum Hausauf-gaben machen. Der Joshua schläft.
Ich möchte mich aber hinlegen, ich möchte etwas Musik hören.
Sie ruft aber und sagt "hilf mir". Ich mache mit ihr einen Kompromiss
und sage "mach du deine Hausaufgaben und nachher guck ich sie mit
dir zusammen an. Ich leg mich jetzt hin. Nachher besprechen wir dann alles
zusammen." - Na, sie ist da nicht so ganz überzeugt und einverstanden.
- Ich gehe jetzt in mein Zimmer und mach die Tür zu – und es
ist okay für mich. - Ich lege mich hin und ruhe mich aus und sie
macht ihre Hausaufgaben, ohne daß sie ständig ruft "hilf
mir".
Th: Wie fühlst du dich?
Kl: Ja, das ist okay. Aber jetzt habe ich schon die nächste Situation.
– Alles liegt voll – aber es macht mir nichts aus. Ich sitzt
da und trinke was und denke – das läuft mir nicht
davon. - Mein Fuß freut sich.
Th: Hm. Hol mal deinen Mann dazu. Wie reagiert er denn darauf, daß
alles rumliegt?
Kl: - Lacht. - Der nimmt mich in den Arm, dem macht das nichts aus. –
längere Pause – Jetzt kommen grade alle Bilder wieder. Alles
läuft so wie rückwärt: dieser Film...... so...... die leere
Schatzkiste... die zwei Kinder, die mit einander Ball spielen....
Th: . Hm. Guck mal welche Qualität darin liegt, das jetzt rückwärts
zu sehen.
Kl: Das ist wie ein Film, der rückwärts läuft.
Th: Hm. Was empfindest du denn, wenn du das so wahrnimmst?
Kl: Das ist alles irgendwie viel entspannter, es ist gar nicht mehr so
- ja es war immer so eine Spannung hinter dem Ganzen, so ein Druck. Jetzt
ist es ganz – ja, es ist so ...... auch diese Riesenzwer-ge ......
das ist alles nicht mehr so störend – das ist okay.
Th: Hm – und deine Hüfte?
Kl: Die sieht aus, wie eine vertrocknete Rosine.
Th: Frag sie mal, ob sie dir noch irgendwas mitteilen möchte, für
die nächste Zeit.
Kl: Magst du mir noch etwas für die nächst Zeit mitteilen, Hüfte?
– ich habe das Gefühl, als wenn sie weg wäre, ja –
vertrocknet wäre. So still – als wenn sie schlafen würde.-
Th: Hm. Was heißt das für dich?
Kl: Diese vertrocknete Rosine kann da bleiben, heißt das für
mich. Es macht mir keine Angst; es bedroht mich nicht.
Th: Dann frag doch noch mal die Rosine, ob aus ihr noch mal – wieder
Leben erwachen könnte. Ob da noch mal was passiert oder ob das so
in sich wirklich vertrocknet ist.
Kl: Kann aus dir noch mal Leben erwachen, oder bist du total vertrocknet?
– lacht – kommt ganz komisches Bild – wenn ich sie gieße,
mit der Gießkanne, dann kann sie wieder wachsen, sagt sie.
Th: Aha. Guck mal, was da drin ist in der Gießkanne – womit
du sie begießt.
Kl: - lacht - Kleidungsstücke sind da drin.
Th: Verstehst du das?
Kl: Doch – und die Oma und Opa kommen da raus – wahrscheinlich
alles, was mich in Beschlag nimmt.
Th: Was hat es mit den Kleidungs-stücken auf sich?
Kl: Vielleicht Bügelwäsche oder Wä-sche, oder so.
Th: Aha – die Arbeit?
Kl: Wahrscheinlich. Ja, so empfinde ich es.
Th: Aha. Also wenn du in der Arbeit dich selbst vergißt, und deinen
Eltern gegenüber dich selbst vergißt, begießt du die
Rosine? - Klientin bejaht. - Ziemlich eindeutig – nicht wahr?
Kl: Ja – dann sagt sie, dann kann sie wieder groß wie ein
Luftballon werden.
Th: Mit anderen Worten – lerne dich wichtig zu nehmen!
Kl: Hmm.
Th: Wie ist das für dich?
Kl: Ich bin froh, daß sie mir das gesagt hat.
Th: Sag ihr das.
Kl: Ich bin froh, ich danke dir, daß du mir das gesagt hast. Ich
danke dir! - Jetzt weiß ich, worauf ich achten muß, daß
ich auf mich achten muß – und auf dich auch, du
vertrocknete Rosine – daß ich auf meinen Körper achtgeben
muß – auf ihn hören soll.
Th: Hm. Gibt es da noch was zu besprechen für die nächste Zeit?
Kl: - lacht - Die Knochenmetastase – die Rosine – ist im Haus
und hat die Türe zu gemacht
Th: Was heißt das für dich?
Kl: Daß sie nichts mehr von mir wissen will.
Th: Gut. Dann geh doch bitte innerlich noch einmal zu deiner Brust und
frag die mal, ob sie dir noch für die nächste Zeit was sagen
will.
Kl: Hast du für mich noch eine Botschaft, Brust? – Die ist
wieder so wie beim ersten Mal, so wie lauter kleine Pünktchen, die
schwirren und sich ordnen.
Th: Was bedeutet das für dich jetzt?
Kl: Daß sie sich in Ordnung bringen möchte.
Th: Hm. Dann laß dir doch von ihr noch mitteilen, was dabei für
dich wichtig ist. – Deine Hüfte hat dir ja auch ganz viel Hintergrund
gerade gezeigt. Schau, was noch wichtig ist
von deiner Brust an Hintergrundwissen.
Kl: Sag mir was noch wichtig ist – was ich noch wissen muß.
– Die verändert sich ständig – sie wird mal größer,
dann wieder kleiner... Ich habe das Gefühl, daß sie sich auch
wie diese Knochen-metastase nicht sicher ist.
Th: Ahja – Dann soll sie dir doch bitte mal zeigen, was sie verunsichert.
Kl: Zeig mir, was dich verunsichert. – Sie möchte mehr Liebe
haben von mir, mehr gestreichelt werden.
Th: Hmm. Dann laß dir bitte mal zeigen, in welchen Situationen im
Alltag du sie übergehst, wo sie sich ungeliebt fühlt.
Kl: Jetzt kommen mir Bilder, als ich so 20 oder 21 bin, und ich wollte
sie nicht haben, weil sie so groß ist. Sie gefällt mir net.
– Sie ist aber so. – Ich wollte dich nicht haben, so wie du
bist – so groß – aber ich akzeptiere es.
Th: Spür mal, ob du sie wirklich akzeptierst. Ganz tief.
Kl: Jetzt ja, aber wenn ich in diese Situation zurückgehe, dann net.
Nee, dann möchte ich sie nicht so haben, mag ich sie gar net. Dann
möchte ich sie weg haben, stört sie mich.
Th: Geh mal mit deinem heutigen Bewußtsein zu dem Mädchen,
das seine Brust stört. –
Kl: Guck , sei doch froh, daß du sie hast. Ist doch schön.
Ist doch net schlimm, daß sie so groß ist. – Das Mädle
läßt sich nicht so überzeugen. Jetzt nimm ich sie an der
Hand und sag – doch, guck! Es ist okay. – Ich hab das Gefühl,
für das Mädle ist das jetzt auch okay.
Th: Hm. Frag mal deine Brust.
Kl: Brust, ist das für dich jetzt okay? – Sie dankt mir. Danke,
daß du mich lieb hast, daß du mich so annimmst wie ich bin..
Th: Wie ist das?
Kl: Erleichternd. – Ich bin froh, daß das Mädle das akzeptiert
hat.
Th: Frag mal deine Brust, ob da noch mehr Unklarheiten sind.
Kl: Sind da noch mehr Unklarheiten? – Schüttelt den Kopf, sagt
nur ich soll sie akzeptieren und lieb haben. Sie möchte so angenommen
sein, wie sie ist,
Th: Dann sag ihr mal, was du empfindest.
Kl: Ich mag dich so, wie du bist. –
Th: Guck mal, wie deine Brust darauf reagiert.
Kl: Sie – ich nehme sie jetzt grade ganz bewußt wahr –
ich spüre teilweise ihren Schmerz – vergangenen Schmerz, aber
auch irgendwo Erleichterung.
Th: Dann frage sie mal, ob dieser vergangene Schmerz noch wichtig zur
Bearbeitung ist – vielleicht nicht heute, aber in den nächsten
Sitzungen
Kl: Sie sagt, nein, es sei für sie okay. – Es würde sie
einfach noch schmerzen von früher.
Th: Und sie will den Schmerz behalten? – Weil, verarbeiten heißt
ja eben auch loslassen.
Kl: Sie sagt, sie möchte ihn nicht behalten.
Th: Na gut, loslassen heißt dann ja auch, man muß etwas tun
damit. Hat sie da eine Idee?
Kl: Da ist einfach wieder dieses Bild mit den vielen Pünktchen, die
da rum schwirren.
Th: Wie ist das für dich?
Kl: Jetzt ist der Schmerz wieder weg. Ich will ihr einfach noch mal sagen,
ich habe dich lieb und akzeptiere dich so wie du bist. – Hörst
du mir zu? Du bist ein Teil von mir!
Th: Wie reagiert sie?
Kl: Sie ist still – zufrieden - hab ich das Gefühl.
Th: Guck mal, ob du noch was machen willst.
Kl: Ich seh nur noch mal all die Bilder – so wie vorhin. –
Ich habe jetzt das Gefühl, daß ich irgendwas.... – ne,
ich stehe so außen und guck – guck mir das alles von außen
noch mal an.
Th: Und wie ist deine Grundstimmung dazu?
Kl: Zufrieden - ausgeglichen
Th: Dann sag mir, wann es okay ist für dich.
Kl: Es ist okay für mich.
Th: Können wir das dann so stehen lassen im Moment?
Kl: Ja.
Th: Dann such dir mal einen Platz, wo du jetzt gerne wärst.
Kl: Einfach auf ner Wiese.
Th: Okay – guck mal ob du jemanden dazu einladen möchtest?
Kl: Hmm. Meine Freundin. - Vogelge-zwitscher wird eingespielt.
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